Gestaltungsgrundsätze für gastronomische Betriebe

Die typische Einstelldauer in Fahrradabstellanlagen von gastronomischen Betrieben ist eher kurz (1-4 h). Das Verladen von Lasten spielt üblicherweise keine besondere Rolle. Damit sollten solche Anlagen die folgenden Eigenschaften aufweisen.

Qualität und Tauglichkeit von Fahrradhalterungen

Die Qualität einer Fahrradabstellanlage für gastronomische Betriebe steht und fällt immer mit der Qualität und Tauglichkeit der verwendeten Halterungen. Dafür sind drei Kriterien entscheidend:

  • Fahrräder können nicht beliebig dicht geparkt werden! Die folgenden seitlichen Mindestabstände sind notwendig, damit Fahrräder ohne Probleme und Beschädigungen des eigenen oder benachbarter Räder ein- und ausgeparkt, angeschlossen sowie be- und entladen werden können:
    - bei niveaugleicher Einstellung: 70 cm
    - bei abwechselnder Hoch-/Tiefstellung der Vorderräder (Höhendifferenz 20...35 cm): 50 cm
    Bei Reihenparkern mit Schrägstellung ist nicht der Montageabstand der Halterungen, sondern der tatsächliche Abstand der Fahrräder untereinander maßgeblich.

  • Eine Fahrradhalterung muss dem Fahrrad in der Parkposition eine gute Standsicherheit verleihen. Dazu muss die Halterung das Fahrrad gut abstützen (möglichst am Rahmen) und (möglichst auch ohne angelegtes Schloss) sicher schützen gegen
    - seitliche Kräfte z. B. durch Winddruck, versehentliches Anstoßen, Beladen des Fahrrades
    - selbständiges Herausrollen aus der Endparkposition
    - ungewolltes Umschlagen des Lenkers, insbesondere bei Lastwechseln beim Be- und Entladen

  • Zum Diebstahlschutz müssen Fahrradrahmen und Fahrradhalterung an gut zugänglicher Stelle mit handelsüblichen Fahrradschlössern sicher zusammengeschlossen werden können (mindestens 40 cm über dem Boden, der Nutzer sollte sich nicht zwischen abgestellten Fahrrädern hindurchzwängen müssen). Ein Zusammenschließen des Fahrrades in sich (Laufrad mit Rahmen) oder nur des Vorderrades mit der Fahrradhalterung ist nicht ausreichend.

"Felgenklemmer" und einfache Vorderradhalterungen erfüllen diese Kriterien nicht, sie geben einem abgestellten Rad nur ungenügend Standsicherheit und Diebstahlschutz! Die Alltagstauglichkeit von Halterungen ist nach Katalog und auch an Hand von Mustern nicht leicht zu beurteilen, daher ist ein Einsatz von ADFC-empfohlenen Modellen ratsam.

Anzahl der Fahrradstellplätze

Eine Fahrradabstellanlage von gastronomischen Betrieben ist üblicherweise abhängig von Jahreszeit und Witterung sehr unterschiedlich ausgelastet. Auch bei Spitzenauslastung sollten immer ausreichend Stellplätze vorhanden sein.

Die erforderliche Anzahl Stellplätze kann am zuverlässigsten durch systematische Bobachtung der Auslastungssituation (Auslastungsmonitoring) ermittelt werden. Ansonsten kann der lokale Radverkehrsanteil als Basis angenommen werden. Da der Radverkehrsanteil kontinuierlich zunimmt, sollte eine Reserve von einem Viertel freier Stellplätze vorgehalten werden.

Umgebungsbedingungen der Abstellanlagen

  • Die Fahrradabstellanlage und ihre Zugänge sollten einer guten sozialen Kontrolle unterliegen.

  • Die Fahrradabstellanlage sollte in guter Nähe zu den Eingängen liegen.
    Die Zufahrt muss ungehindert (ebenerdig oder über Rampen/Aufzug) möglich sein.

  • Die Fahrradabstellanlage sollte bei Dämmerung und Dunkelheit gut beleuchtet sein.

 


Besonderheiten im Hinblick auf Reiseradler

Gastronomische Betriebe, die an Fernradwegen gelegen sind und regelmäßig Reiseradler als Gäste haben, können diesen Teil ihrer Kundschaft mit einigen besonderen Einrichtungen glücklich machen:

Kein Reiseradler will sein beladenes Reiserad unbeobachtet lassen, wenn es nicht sicher eingeschlossen werden kann. Daher wird bei einer Einkehr häufig alles Gepäck abgeladen und mit in den Gastraum genommen. Das ist lästiger Aufwand für die Reiseradler, aber oft ebenso störend für andere Gäste und das Bedienpersonal.

Ein abschließbarer Fahrradabstellraum bietet hier Abhilfe. Alternativ ist eine Installation von einigen sogenannten Fahrradboxen überlegenswert, in denen einzelne oder mehrere beladene Reiseräder eingeschlossen werden können. Im Hinblick auf E-Bike-Kundschaft werden solche Fahrradboxen auch mit Ablage und Steckdose zum Laden des Akkus angeboten - das ist nicht nur Service für den Reiseradler, sondern zugleich ein Beitrag zum Brandschutz (siehe unten).

Darüber hinaus hat auch der ADFC Empfehlungen für Gastronomiebetriebe mit Fokus auf Reiseradler herausgegeben.

Lademöglichkeiten für E-Bike-Akkus

E-Bikes erfreuen sich im Radtourismus einer ständig steigenden Beliebtheit. Daher sind viele Gastronomen inzwischen bemüht, ihren Gästen auch Lademöglichkeiten für die Akkus anzubieten.

Brandschutz beim Laden von E-Bike-Akkus

Beim Laden der Lithium-Akkus von E-Bikes kann es in seltenen Fällen zu Bränden kommen, insbesondere wenn ein Akku geladen wird

  • nach mechanischer Beschädigung z. B. durch Sturz
  • nach einer Tiefentladung
  • in sehr kaltem Zustand nach einer Winterfahrt.

So selten die Akku-Brände sind, so schwer beherrschbar sind sie aber auch. Mit normalen Feuerlöschern lassen sie sich nicht löschen, sondern nur mit Sand oder mit einem speziellen Metallbrand-Löscher.

Vor diesem Hintergrund sind Gastronomen gut beraten, wenn sie ihren E-Bike-Gästen an brand­schutztechnisch geeigneter Stelle eine E-Schließ­fachanlage vorhalten. E-Schließfächer bestehen in der Regel aus feuerhemmen­dem Stahlblech und enthalten je nach Modell eine oder zwei Steckdosen pro Fach. Die Nutzer können darin ihren Akku zusammen mit dem eigenen Ladegerät zum Laden einschließen.

 


Produktfoto mit freundlicher Genehmigung
der Fa. E. ZIEGLER Metallbearbeitung AG.
 

Elektrosicherheit beim Laden von E-Bike-Akkus

Häufig ist zu beobachten, dass Gastgeber in ihren Fahrrad­abstellräumen ein paar Steckdosenleisten auslegen, damit E-Bike-Nutzer daran ihre Ladegeräte anschließen können.

Neben der Brandgefahr ergeben sich damit auch Gefahren durch elektrischen Strom, denn die Steckdosenleisten liegen oftmals auf dem Erdboden und halten den Belastungen durch Darauftreten und Überfahren nicht unbedingt stand.

Außerdem kann es gefährlich werden, wenn nach einem Regenguss das Wasser von Neuankömmlingen und ihren Fahrrädern auf eine solche Steckdosenleiste abtropft.

Also sind E-Schließfachanlagen auch aus Gründen der Elektrosicherheit dringend empfohlen!

E-Schließfach

 

 

 


Damit die Informationen auf diesen Webseiten gut von den Suchmaschinen gefunden werden, werden neben den korrekten Fachbegriffen auch die umgangssprachlichen Begriffe Fahrradständer (für Fahrradhalterung bzw. Fahrradparker) oder Fahrradstand (für Fahrradabstellanlage) verwendet.